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Casino-Gewinne und Steuern: was in Deutschland gilt

Bei privaten Spielern unterliegt der Gewinn selbst in Deutschland grundsätzlich nicht der Einkommensteuer, weil Glücksspielgewinne zu keiner der sieben Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes zählen. Das gilt unabhängig davon, wo das Casino lizenziert ist — anders als in vielen Nachbarländern kommt es nicht auf den Sitz oder den EWR an. Steuerlich relevant werden erst spätere Erträge und der Sonderfall des gewerbsmäßigen Spiels.

Kurz gesagt

Für private Spieler unterliegt der Gewinn selbst in Deutschland grundsätzlich nicht der Einkommensteuer: Er zählt zu keiner der sieben Einkunftsarten des § 2 EStG. Das gilt unabhängig davon, wo das Casino lizenziert ist, also auch für diese Curacao-Sites. Steuerpflichtig werden erst spätere Erträge daraus oder gewerbsmäßiges Spiel.

Muss ich Casino-Gewinne in Deutschland versteuern?

Für einen privaten Spieler lautet die Antwort: nein, der Gewinn selbst ist nicht steuerbar. Glücksspielgewinne lassen sich keiner der sieben Einkunftsarten des § 2 Abs. 1 EStG zuordnen, und was unter keine Einkunftsart fällt, löst keine Einkommensteuer aus.

Der Grund ist das Zufallsprinzip: Ein einzelner Gewinn ist kein planbares, aus einer Tätigkeit erzieltes Einkommen, sondern das Ergebnis des Zufalls. Deshalb fällt auf den Gewinn selbst weder Einkommensteuer noch eine Quellensteuer an, ob Sie 20 € oder 20.000 € gewinnen.

Gilt das auch für Gewinne von einem Curacao-Casino?

Ja. Die deutsche Einkommensteuer knüpft an die Art des Gewinns an, nicht an den Sitz des Casinos. Ein Gewinn von einer Curacao-lizenzierten Seite wird genauso behandelt wie einer von einem deutschen Anbieter: für den privaten Spieler nicht steuerbar. Diese Anbieter behalten außerdem keine Steuer an der Quelle ein, der ausgezahlte Betrag ist also brutto.

Wichtig, weil es oft verwechselt wird: In Norwegen oder Finnland hängt die Besteuerung eines Spielergewinns davon ab, ob der Anbieter im EWR sitzt — in Deutschland ist das für die Einkommensteuer nicht der Fall. Ob eine Seite eine deutsche Erlaubnis hat, ist eine Frage des Glücksspielrechts, nicht der Steuer; dazu steht mehr auf unserer Seite zur deutschen Lizenz.

Was ist trotzdem steuerpflichtig?

Drei Dinge sind zu trennen. Erstens die Erträge aus dem Gewinn: Legen Sie das Geld an, sind Zinsen und Kursgewinne ganz normal steuerpflichtig, in der Regel über die Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag. Steuerfrei ist der Gewinn, nicht das, was er später abwirft.

Zweitens das gewerbsmäßige Spiel. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Gewinne eines Berufsspielers — etwa im Poker — als Einkünfte aus Gewerbebetrieb steuerpflichtig sein können, wenn das Spiel planmäßig und nach Art eines Gewerbes betrieben wird. Für den Gelegenheitsspieler bleibt es beim steuerfreien Gewinn.

Drittens die Glücksspielsteuer selbst: Auf virtuelle Automatenspiele fallen seit dem 1. Juli 2021 nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz 5,3 % auf die Spieleinsätze an. Steuerschuldner ist aber der Veranstalter, nicht Sie — es ist keine Steuer auf Ihren Gewinn.

Österreich, Schweiz und wo Sie nachfragen

Diese Seite beschreibt die deutsche Rechtslage. Österreich und die Schweiz regeln und besteuern Glücksspiel eigenständig und teils anders, und maßgeblich ist immer, wo Sie steuerlich ansässig sind, nicht wo das Casino lizenziert ist. Wer dort ansässig ist, prüft die Regel bei der eigenen Steuerbehörde.

Das ist YMYL-Inhalt zum geltenden Steuerrecht, und Regeln wie Sätze können sich ändern. Wir nennen die Rechtsgrundlagen, so wie sie 2026 gelten, doch bestätigen Sie Ihren Fall bitte beim Finanzamt oder über das Bundeszentralamt für Steuern (bzst.de), besonders bei größeren Beträgen oder sehr regelmäßigem Spiel.

In Deutschland, für private Spieler
Steuer auf den Gewinn selbstKeine — nicht steuerbar, kein Fall des § 2 EStG
Hängt es vom Sitz des Casinos ab?Nein — Curacao wird wie ein deutscher Anbieter behandelt
Spätere Zinsen und KursgewinneSteuerpflichtig, normal (z. B. Abgeltungsteuer 25 %)
Berufs- oder gewerbsmäßiges SpielKann steuerpflichtig sein (BFH: z. B. Profi-Poker als Gewerbebetrieb)
Quellensteuer der Curacao-SeitenKeine — Gewinne werden brutto ausgezahlt
Wer zahlt die GlücksspielsteuerDer Veranstalter (5,3 % auf Einsätze), nicht der Spieler
Wo bestätigenFinanzamt / Bundeszentralamt für Steuern (bzst.de)

Häufige Fragen

Muss ich in Deutschland Steuern auf Casino-Gewinne zahlen?

Für private Spieler nicht auf den Gewinn selbst. Glücksspielgewinne zählen zu keiner der sieben Einkunftsarten des § 2 EStG und sind deshalb nicht steuerbar. Steuerpflichtig werden erst spätere Erträge aus dem Geld, etwa Zinsen, sowie der Sonderfall des gewerbsmäßigen Spiels. Bestätigen Sie Ihren Fall beim Finanzamt.

Sind Gewinne von einem Curacao-Casino steuerpflichtig?

Für den privaten Spieler nicht. Die deutsche Einkommensteuer knüpft an die Art des Gewinns an, nicht an den Sitz des Casinos, deshalb wird ein Curacao-Gewinn wie ein deutscher behandelt. Anders als in Norwegen oder Finnland spielt der EWR-Sitz für die Einkommensteuer keine Rolle. Die Anbieter behalten nichts an der Quelle ein.

Werden professionelle Spieler besteuert?

Sie können es. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass Gewinne eines Berufsspielers als Einkünfte aus Gewerbebetrieb steuerpflichtig sein können, wenn das Spiel planmäßig und nach Art eines Gewerbes betrieben wird. Für Gelegenheitsspieler bleibt der Gewinn steuerfrei. Im Grenzfall sollten Sie steuerlichen Rat einholen.

Was ist die 5,3-%-Steuer auf virtuelles Automatenspiel?

Eine Steuer auf die Spieleinsätze bei virtuellen Automatenspielen, seit 1. Juli 2021 im Rennwett- und Lotteriegesetz geregelt. Steuerschuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler, und sie betrifft nicht Ihren Gewinn. Sie ist damit etwas anderes als die Frage, ob Sie Ihren Gewinn versteuern müssen.